Friesland – Noord Flevoland – URK und zurück
Bericht der Brüder Werner und Michael Adami, Segler im Post-Sportverein Koblenz e.V. (Karten mit freundlicher Genehmigung von © 2011-2026 Waterkaarten)
Die Wetterprognosen zeigten sich für unsere Reisewoche im frühen Mai stabil, überwiegend trocken und mit täglichem Sonnenschein und Wind der Stärke 4 Bft. aus NN/O für unser Zeitfenster vom Mo., 04.05. – Fr., 09.05. So sollte ein schon lange geplanter Wunsch die ehemalige Zuiderzeeinsel URK zu besuchen in Erfüllung gehen.

Auch diesmal bestimmten wir Shipmate-Segler als Start- und Zielpunkt wieder den kleinen Hafen De Lytse Brekken am nördlichen Ende des Grote Brekken. Hier waren wir herzlich willkommen, konnten in aller Ruhe unser Boot zu Wasser lassen, Auto und Trailer parken und für die erste kurze Etappe klarieren.
Mo.: 04.05. Start: De Lytse Brekken 1. Etappe, Ziel: Lemmer, Jachthaven Friese Hoek
15:30 Uhr, Leinen los durch den Prinses Margrietkanaal, Grote Brekken mit halbem Wind unter Vor- und Großsegel zügig zum Abzweig zur Zijlroedebrug. Die Brückenbedienung erfolgte ohne Wartezeit. Für die Durchfahrt incl. Schleuse waren 7€ in einen traditionellen Holzschuh an der Flevobrug zu zahlen. Von der Sonne in besonders stimmungsvolles Licht gesetzt, bot sie uns schöne Blicke auf die Häuser, Terrassen und Restaurants. Um 18:15 Uhr erreichten wir den Hafen Friese Hoek.
Di.: 05.05. 2. Etappe, Ziel: Urk

Die Nacht verbrachten wir bei frischen Temperaturen. Morgens wurden wir früh von der Sonne geweckt. Nach Bezahlung der Hafengebühren von 20€ für die Übernachtung legten wir um 9:30 Uhr zum IJsselmeer ab; entlang der weithin sichtbaren Windmühlenreihen nach Urk, einer Insel der ehemaligen Zuiderzee. So sagen die Bewohner nach der Trockenlegung der Polder (1942) noch heute, dass sie auf Urk leben. Unter Segel, mit achterlichem Wind und dazu passender Welle wurden wir recht flott an den beeindruckenden Windmühlen zur Stromerzeugung zu unserem Ziel geschoben. Um 14:45 Uhr machten wir unweit neben den historischen Schiffen fest mit einer sehr schönen Sicht auf die alten Häuser am Hafen mit seinem markanten Leuchtturm. Die 5-stündige Fahrt bei angenehmem Sonnenschein hat sich gelohnt, wenngleich rasch klar wurde, dass man hier einige Zeit länger verbringen müsste um Urk mit seinen Fischereibetrieben, Gastronomien, Werften und einiges mehr wirklich kennenzulernen. So begnügten wir uns mit zwei Spaziergängen um den Hafen und zum Leuchtturm.
Mi.: 06.05. 3. Etappe Kanalfahrt mit gelegtem Mast nach Schleusung mit 5,50 m Verfall zurück nach Lemmer.
Starker, stabiler Gegenwind mit 4 Bft für die Rückreise nach Lemmer sorgte für unsere Entscheidung nach Schleusung die Route über die Urkervaart und Lemstervaart zurück nach Lemmer unter Motor zu wählen.
Die Schleusenbedienung forderten wir per Knopfdruck an, was gut klappte. Telefonisch ist es etwas kompliziert, da auch alle zu öffnenden Brücken auf der beabsichtigten Strecke zentral fernbedient werden. Nach Schließung der Tore ging es 5,50m abwärts. Bis zum Zwischenstopp zur Mittagszeit übten wir abwechselnd das Fahren nach Kompass, sodass wir von der Kajüte immer wieder etwas Schutz vor dem recht unangenehmen kalten Gegenwind fanden. Ein kleiner Rundgang mit einem Imbiss wärmte uns wieder auf und führte uns durch das Centrum der Verwaltungsstadt Emmeloord im Herzen Noord Flevolands. Gleich nach dem Ablegen bogen wir in die Lemstervaart ein und fuhren durch ein kleines Waldgebiet mit lebhaftem Vogelgezwitscher. Danach passierten wir linksseitig ausgedehnte Felder, von denen wir leider nicht allzuviel sehen konnten wegen des hohen Uferbewuchses. Auf der rechten Seite verläuft die Autobahn A6. Eine Motoryacht überholte uns langsam, was uns sehr gelegen kam, denn sie sollte für uns die Schleusenbedienung per Funk gleich mit erledigen. Der Plan ging auf und so landeten wir nach gemeinsamer Schleusung wieder im Haven Friese Hoek zur vorletzten Übernachtung.
Do.: 07.05. 4. Etappe: Durchfahrt Lemmer, zum südlichen Grote Brekken, über Kanäle nach Sloten und dann zurück zum Start/Ziel, De Lytse Brekken.
Unsere Rückfahrt zum Lytse Brekken wollten wir nicht auf direktem Weg machen. So entschieden wir uns für die Kanalfahrt nach Sloten. Diese Strecke hatten wir im Jahr 2005 bei einer unserer ersten Frieslandfahrten mit unserer Vaurien-Jolle kennengelernt und fanden alles vertraut und unverändert wieder vor. Da wir mit gelegtem Mast unterwegs waren, gönnten wir uns den Hochgenuss die wunderschöne Dorfgracht zu durchfahren mit neuen Blickwinkeln auf die liebevoll gepflegten typischen alten Häuser, Kirche, Brücken und Ufer-Baumparade rechts und links der Gracht.
Am Ortsausgang konnten wir zur Mittagspause anlegen, um es uns bei einer Tasse Kaffee und anschießendem Fish and Chips gut gehen zu lassen. Die letzte kurze Strecke zum Start/Ziel-Hafen, De Lytse Brekken war rasch genussvoll zurückgelegt. Um 15:00 Uhr machten wir unser braves Boot, Kleine Freiheit, an der Kade fest und richteten die Kuchenbude für eine letzte Übernachtung her. Nach einem Rundgang kam die Hafeneignerin per Fahrrad und erkundigte sich interessiert nach unserer diesjährigen Tour. Es war auch diesmal eine sehr schöne Fahrt mit neuen bleibenden Eindrücken. Froh und dankbar sind wir besonders, dass das Wetter trotz der kühlen Temperaturen uns doch trocken mit einigem wohltuenden Sonnenschein bei guter Laune hielt. Zum Abschuss des Tages genossen wir auch in diesem Jahr wieder einen herrlichen Abschieds-Sonnenuntergang.
Gesamtstrecke: ~ 80 km Segel/Motor, Benzinverbrauch Honda: 2,5 L.
Planung und Navigation mit der Waterkaarten App, die immer zuverlässig ihren Dienst tat. www.waterkaarten.app
anwb Wateratlas Nederland noord
Weitere nützliche Adressen für Friesland: www.marrekrite.frl, www.delytsebrekken.nl, www.friesland.nl, www.trailerhelling.com
Skipper: Werner Adami
Navigator, Text/Fotos: Michael Adami
